| Eingang | · | Krawatte | Sprachen | Wahrheit - End |

 
 

Wahrheit und Wirklichkeit

Wie bewältigen Politiker ihre selbstverschudeten Krisen?
Diese Frage gilt natürlich nur für die Behandlung der (angeblich gar nicht vorhandenen Krise) in der Öffentlichkeit. Wie Politiker persönlich mit Ihren Aussagen zurecht kommen, ist für mich schon immer ein Rätsel gewesen.
 
Die Psychologin Astrid Schütz an der TU Chemnitz hat sich seit 1984 mit dem Thema auseinander gesetzt und bietet uns die 7 Stufen der politischen defensiven Selbstdarstellung zur Analyse politischer Aussagen an:
  1. Leugnen
    • "Es hat nicht stattgefunden"
    • "Davon weiß ich nichts"
  2. Umdeuten
    • "Es war anders"
  3. Beteiligung bestreiten
    • "Ich habe nichts damit zu tun"
    • "Es war der ___ (Sündenbock)"
  4. Rechtfertigen
    • "Es war unter den gegebenen Umständen richtig"
  5. Negative Absicht bestreiten
    • "Das habe ich nicht gewollt"
  6. Bedeutung relativieren
    • "Es war eine Ausnahme"
  7. Eingeständnisse
    • (Aber erst, wenn's nicht mehr anders geht...)
(12.2.00, nach AN)

Generell wird immer nur das zugegeben, was der Presse ohnehin schon bekannt ist. Dafür wird diese dann nach bekanntem Schema umgekehrt zum Sündenbock erklärt: "wenn die Journalisten nicht immer im Dreck wühlen würden, könnten wir uns heute hier in Ruhe unterhalten".


 

Der Tipp

für alle, die sich für solche Bewusstseinsspaltungen näher interessieren:
 
Zeitschriften
Das tragische Paradoxon selbstschädigenden Verhaltens: Mythos und Realtität
in: Psychologische Rundschau 97/2
 
Bücher
Paul Watzlawick: "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?"
 
Auswirkungen
9.11.2001 im WTC: Der eigene Tod als Erlösung von Micha Hilgers


 
| Eingang | · | Krawatte | Sprachen | Wahrheit - Top |

eMail © Dietrich Beitzke · Seite erstellt am 17.2.2000, letzte Änderung 12:27 22.2.2005, Dienstag