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Gelva ./. Orsbach


G elva? Nie gehört! Das sagen selbst Aachener - obwohl die Orsbacher seit 15 Jahren gegen die stinkende Abluft des niederländischen Schleifmittelherstellers kämpfen.
gelva
Saint-Gobain Gelva B.V., Coated Abrasives
Mamelis 1, NL 6291 Vaals
Tel. +31 (0)43 3667366
Fax. +31 (0)43 3667399
E-mail info.gelva@saint-gobain.com
Nach 2 Erweiterungen der Produktion 1984 und 1990(!) hat sich erst Ende des Jahres 2003 eine Änderung in der Haltung der Limburger Provinzregierung in Maastricht abgezeichnet, mal wirklich Druck auf die Gelva zu machen.
 
Wahrscheinlich sind nach dem Eigentümerwechsel Mitte 2001 zur Saint-Gobain die vetterlichen Verbindungen zum Vaalser Stadtrat nicht mehr so stark. Aber das ist nur die Vermutung von einigen unwichtigen Beobachtern...
 
Eigentlich sollte doch eine Firma, die 'The flexible future' als Wahlspruch hat, auch so auf Anforderungen reagieren können :-)

Ende der Geschichte 2007
Die Produktionsräume der Gelva sind verschlossen, die Produktion ist verlagert.
 
Nachtrag 2006
Der Eigentümerwechsel hat den Anwohnern von Orsbach gut getan. Der ehemalige Gestank ist bis auf ganz, ganz wenige Tage im Jahr verschwunden. Also eher Zufall oder Wartungsarbeiten. Mir kann keiner erzählen, dass die Filteranlage früher überhaupt mal in Betrieb gewesen sein soll...
Luftbild der Gelva in neuem Fenster. Die Grenze verläuft direkt im NO-seitig liegenden Bachbett.
 
Als Lesestoff zum Auffrischen der Historie einige Veröffentlichungen der lokalen Presse zum Thema Gelva. Wer noch Artikel hat, darf sich melden!

Links

Hersteller von Harzen für die Schleifmittelindustrie wissen, was sie verkaufen!
Auf der Bakelite-Website findet man in dem Dokument 'Harze für Schleifmittelhersteller' die Informationen zu Gasen aus Harzen. Der Herstellungsprozess ist auf Seite 24ff beispielhaft beschrieben. Die Arbeitsschutzmaßnahmen dazu findet man dort auf Seite 36.
Infos von Betroffenen in Holland
Aktion gegen die Gelva im Naturschutzgebiet.
Infos von Betroffenen in Holland
Brigitte Bertram protestiert auf Ihrer Website gegen die Ignoranz der Gelva.


Aachener Nachrichten vom 3.Dezember 2004

Ein schwerer Schlag für die ganze Region
Schleifmittelfabrik Gelva in Vaals entlässt ein Drittel der Belegschaft.
Abbau von 55 Arbeitsp[atzen wird mit der Konkurrenz aus Billiglohn-Ländern begründet. Größter Arbeitgeber in der niederländischen Nachbarkommune.

 
VON UNSEREN REDAKTEUR HEINER HAUTERMANS
VAALS. Die Schleiftmittelfabrik Saint-Gobain Gelva In Vaals, in Aachen vor allem bekannt für ihre stinkenden Abgase, die nach Orsbach ziehen, entlässt rund ein Drittel ihrer Belegschaft. Die Hiobsbotschaft wurde den 146 Arbeitnehmern vor einigen Tagen überbracht und schlug ein wie eine Bombe. Auch bei der Gemeinde Vaals ist man bestürzt. Sprecherin Hilda Keulders: 'Ein schwerer Schlag für die ganze Region.' Zumal Gelva der größte Arbeitgeber des Grenzortes ist.
      Allerdings wohnten nach ihrem Wissensstand nur relativ wenige der Arbeitnehmer in den Grenzen von Vaals, sagt die Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung. Noch verfüge sie aber über zu wenig Informationen, um Genaueres sagen zu können. Laut Rilda Keulders zählt Aachens Nachbargemeinde mit 10423 Einwohnern zur Zeit 534 Arbeitslose. In dieser Zahl sind allerdings nach niederländischer Systematik auch Arbeitsunfähige enthalten.
      Nach Angaben der niederländischen Tageszeitung 'Dagblad De Limburger' soll die Produktion aus Lemlers in Standorte mit niedrigeren Lohnkosten in Spanien und Brasilien verlagert werden. Mehrere Versuche der 'Nachrichten", den Direktor des Unternehmens zu erreichen, blieben ergebnislos. Hergestellt werden in den Werkshallen Steine zum Zerfasern, Mühlsteine, Poliersteine und Schleifwerkzeuge. Schon seit vielen Jahren gibt es im Laurensberger Ortsteil Orsbach Klagen über die mitunter Ekel erregende Abluft aus Lemiers, das Thema beschäftigte sowohl die Stadt Aachen als auch die Gemeinde Vaals und die Provinz Limburg.
      Das 'Dagblad De Limburger' zitiert Direktor E. Olfen mit' den Worten, dass eine Reorganisation notwendig sei, weil Saint-Gobain Gelva durch die Konkurrenz aus Niedriglohn-Ländern große Marktanteile verloren habe. Kunden würden vor allem durch China und Korea abgeworben. Für den Betriebsrat und die Gewerkschaft kam die Entwicklung unerwartet, zumal man in den letzten Jahren sehr hart gearbeitet habe, aus der Verlustzone herauszukommen.
Sozialplan
Die Arbeitnehmervertreter wollen nun zunächst versuchen, einen möglichst gut dotierten Sozialplan für die 55 Betroffenen herauszuholen. Und möglichst viele Kollegen in einen neuen Arbeitsplatz zu vermitteln. Auch in den Niederlanden jedoch sind die Aussichten dafür nicht gerade rosig, ähnlich wie in Deutschland gibt es Probleme auf dem Arbeitsmarkt.
 

Aachener Nachrichten vom 2.(!)April 2004

Abluft-Anlage bald wieder in Ordnung
Gemeinde Vaals nimmt Stellung zu Gelva.

 
ORSBACH/VAALS. Die niederländische Gemeinde Vaals nimmt in einer Pressemitteilung Stellung zu der Geruchsbelästigung, die von der Firma Gelva ausgeht.
Starker Geruch
Kürzlich war das Problem auch wieder Thema in der Bezirksvertretung Laurensberg. Damals war die Pressemitteilung von holländischer Seite bereits angekündigt worden. Sie ist für die Anwohnerin deutscher Sprache gehalten und hat folgenden Wortlaut: Seit Anfang der 90er Jahre wird die Umgebung des Betriebs Gelva in Vaals regelmaßig durch starke Gerüche belästigt die Richtung Osten bis auf deutsches Gebiet wahrnembar sind.
      Diese stammen aüs den Leimen, die die Firma bei der Produktion von Schmirgel- und Schleifpapieren verwendet. Nach entsprechenden Beschwerden wurde 1992 eine Filtereinrichtung an die Abluftanlage montiert, in der Hofnung, damit die Geruchsprobleme zu lösen.
      Diese Anlage hat auch bis Mitte letzten Jahres gut funktioniert, so dass es keine Beschwerden mehr gab. Seit einigen Monaten jedoch treten wieder vermehrt Beschwerden auf, was auf Störungen in der inzwischen veralteten Anlage zurückzuführen ist.
      In gemeinsamen Verhandlungen zwischen dem Betrieb (Saint-Gobain Gelva), der zuständigen Gemeinde (Vaals), der Stadt Aachen sowie der Provinz Limburg und dem Allgemeinen Gesundheitsdienst (GGD) hat man nun eine technische Anpassung der Anlage beschlossen, die von Messungen begleitet werden wird.
Information
Die Anwohner werden nach Abschluss der Untersuchungen darüber informiert, und es wird davon ausgegangen, dass Ende April die Anlage wieder in ordnungsgemäßer Weise funktioiniert.
 
Bestehen Beschwerden über Geruchsbelästigungen?
Die Gemeinde Vaals ist zuständig für die Überwachung des Betriebes, deshalb richten Bürger bitte alle Beschwerden direkt dorthin , Telefonnummer +31-(0)43-3068564.
 

Aachener Nachrichten vom 30. März 2004

Kurzer Dienstweg nach Vaals
LAURENSBERG

 
Von verbesserten Beziehungen zwischen der Gemeinde Vaals und der Stadt Aachen berichtete Gerhard Peschel, Aachener Umweltamt, in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung. Es habe sich ein 'kurzer Dienstweg ergeben', sagte Peschel in Bezug auf die Geruchsbelästigungen, die von der Vaalser Firma Gelva ausgehen.
      Bisher seien Kontakte immer 'langwierig über den Schriftweg gelaufen". Jetzt habe sich jedoch ein Gespräch mit der Vaalser Bürgermeisterin 'sehr fruchtbar' entwickelt. Die Gemeinde Vaals wolle demnächst auch für Deutschland eine Presseerklärung in der Sache herausgeben.
 

Aachener Nachrichten vom 8. Dezember 2003

Orsbach: 'Der Gestank der Abgase ist Ekel erregend'
Klagen über Schleifpapierfabrik im niederländischen Mamelis haben wieder zugenommen. Gemeinde Vaals wurde aktiv.

 
VON UNSEREN REDAKTEUR HEINER HAUTERMANS
ORSBACH. Den Orsbachern stinkt es, wieder einmal. Schon seit den 80er Jahren gibt es Klagen über die Schleifapierfabrik Gelva auf der niederländischen Seite der Gren ze. 1990 kehrte nach Einbau einer Abgasverbrennungsanlage vorübergehend Besserung ein, doch in letzter Zeit haben sich die Zustände wieder verschlimmert. Die Gemeinde Vaals hat angekündigt, dass sie die Belästigungen nicht weiter hinnehmen will und bis April Abhilfe erfolgen muss. Eine Bürgerinitiative hat in kurzer Zeit mehr als 100 Unterschriften gesammelt und sie dem städtischen und staatlichen Umweltamt zukommen lassen.
      Ingenieur Dietrich Beitzke ist einer der Betroffennen: 'Wir wohnen in Orsbach und damit in greifbarer Nachbarschaft zu Mamelis, NL.' An den Arbeitstagen bekommen die Grenzbewohner die Abgase immer dann mit, wenn der Wind aus West oder Südwest kommt (im Winter zu 67,8 Prozent): 'Der süßliche Gestank ist Ekel- wie Brechreiz erregend." Auch in Vijien gebe es Widerstand gegen die Luftverschmutzung.
      Beim Aushärten der Komponenten Kleber, Pappe, Textilien und Steinchen komme es zur Entstehung von Abgasen mit 'bekanntermaßen gesundheitsschädigenden" Phenolen und Hexamethylentetramin. Manchmal könne man den intensiven Geruch nur aushalten, wenn man ein Tuch vor das Gesicht halte. 'Die Abgase stinken wie zehn Jahre zuvor."
      Beitzke und seine Mitstreiter haben allerdings Unterstützung bei der Stadt Aachen gefünden. Gerhard Peschel vom Umweltamt hat die neuen Klagen weitergeleitet an die Gemeinde Vaals und die Provinz Limburg als Aufsichtsbehörde: 'Das Thema ist schon jahrelang in der Diskussion.'
Bußgeld angedroht
Die niederländischen Autoritäten sind auch schon aktiv geworden und haben Ende des Jahres ein Gespräch mit der Firmenleitung geführt. Vom Vaalser Beigeordneten Thijs Jussen ist das Unternehmen aufgefordert worden, bis Ende April Luftverschmutzung und 'Stankoverlast' zu beseitigen. Ansonsten werde man ein Bußgeld auferlegen.
 

Limburgse Dagblad vom 7?.Dezember 2003

Fabriek Gelva moet overlast aanpakken
 
LEMIERS, Van onze Verslaggever
De schuurpapierfabriek Sant Gobin Gelva in Lemiers knijgt nog tot eind april van het commend jaar de tijd om een eind te maken aan de stankoverlast en luchtvervuillng rond het bedrief. Zijn de problemwen dan nog niet vorholpen, dan gaat gemeente Vaals een dwangsom opleggen.
      'En die zal niet mis zijn, want de volksgezondheid id is in het geding' kondigt wethouder T. Jussen (milieu) van Vaals aan. Bewoners van het Duitse grensplaats Orsbach voeren al geruime tijd strijd tegen stankoverlast in hun dorp, die verurzaakt wordt door Gelva. De stank is af en toe niet om te harden', zegt U. Bachen uit Orsbach. De Duitser verzamelde in zijn dorp onlangs tweehonderd (200) handtekeningen tegen de overlast van Gelva en overhandigde die aan de milieudienst van de gemeente Aken.
      Ook inwoners van Vijlen hebben de laatste maanden regelmatig last van stank, zegt Vijlenaar A. von der Weijden. Als de wind uit het oosten komt, hangt een er een indringende, vieze lucht in het dorp', aldus Van der Weijden die aan de bel heeft getrokken bij de Milieuklachtelelefoon van de provincie. Van der Weijden heeft echter het gevoel dat er niets gedaan wordr mer de klachten.
      Wethuoder Jussen bestrijd dat met klem. 'Wij nemen alle klachten zeker serieus. We voeren al enige tijd onderhandelingen met het bedrijf en die verlopen soms in keiharde sfeer. Van de andere kant moeten we Gelva ook de tijd geven een strukturele oplossing te vinden vur de gerezen prob1emen.' [Wie gesagt: 15 Jahre!]
      Vlgens Jussen heeft Gelva problemen met de filterinstallatie. Het bedrijf gebruikt micro-organismen om reststoffen als fenol af te breken, maar daarbij gaat geregeld iets mis. Tijdens overleg tussen gemeente en bedrijf, net voor de kersdagen is afgesproken dat de biocultuur van de filterinstallatie de komende tijd om de twee maanden preventif wordt vervangen in afwachting van een definitieve oplossing. Oover vier maanden moet de stankoverlast voorgoed zijn verholpen. Wethouder Jusseen sluit niet uit dar Gelva dure investeringen zal moeten doen om tot een goede filtering te komen.
Directeur E. Olfen van Saint Gobain-Gelva was gisteren niet bestrijikbaar voor commentaar.
 

Aachener Nachrichten vom 6. November 1990

Luftmessungen: Holländer benutzen deutsche Norm
Zusammenarbeit wegen Firma Gelva - Aus für Triarte-Projekt?

 
AACHEN/VAALS. - Die Pläne der Gelva B. V. zur Betriebserweiterung das Gebiet rund um den Senserbach sowie die 'Triarte' am Dreiländereck standen jetzt auf dem Programm des Arbeitstreffens Aachener und Vaalser Spitzenbeamter. Gastgeber in der Gesprächsrunde um grenzüberschreitende Fragen war der Vaalser Bürgermeister Rien Damen, dessen Einladung in das Vaalser Rathaus Oberstadtdirektor Dr. Heiner Berger mit seinem Beigeordneten-Kollegium gern angenommen hatte.
      Die Vaalser Firma Gelva stellt Schleifmittel aller Art her. Bei den Arbeitsprozessen entstehen Abgase, die ungefiltert in die Luft gehen und je nach herrschenden Windver hältnissen noch in Orsbach und Horbach wahrgenommen werden. Ein von der Gelva Anfang 1990 gestellter Bauauftrag erfordert allerdings eine Anpassung des geltenden Bau- und Gewerberechts. Die Stadt Aachen hatte dazu erklärt, daß sie dieses Projekt nur toleriere, wennn die Genehmigung mit Auflagen zum Umweltschutz verbunden sei.
      Gestern nun wurde in Vaals ein 'grenzüberschreitender Lösungsvorschlag' vorgelegt: Die niederländische 'Inspektion für Volksgesundheit und Milieuhygiene' fordert vor dem gewerbeaufsichtlichen Verfahren Immisionsmessungen, die mangels nieederländischer Normen nach der deuschen TA-Luft (Technische Anleitung Luft) - beurteilt werden soll. Kommentar der Verwaltungsspitzen: 'Eine einmalige Situation, bei der niederländisches Recht an deutsches Recht angepaßt wird.' - Und: 'Ein wunderbares Vorbild grenzüberschreitender Zusammenarbeit auf dem 'kleinen' Dienstweg.'
      Stichwort Senserbach: Die Landschaft auf deutscher Seite dieses Grenzbaches ist großräumig geschützt. Auf niederländischer Seite reichen die verschiedenen Nutzungen von Handel, Handwerk und Sportanlagen bis dicht an den Bach heran. Auch hier bahnt sich ein Kompromiß an: Die Gemeinde Vaais wird in Zukunft eine Randzone um den Bach 'grün' belassen beziehungsweise restaurieren sowie neue Geh- und Wanderwege anlegen. Der Aachener Beigeordnete Dr. Wilhelm Niehüsener: 'Die landschaftliche Einheit soll Vorrang haben.'
      Stichwort Dreiländereck: In Vaals ist man an einer Ausweitung des Tourismus rund um das Dreiländereck sehr interessiert. Das sogenannte 'Triarte-Projekt' beschränkt sich zwar auf niederländisches Gebiet am Dreiländerpunkt, hat aber erhebliche Auswirkungen auf das angrenzende deutsche Gebiet. In Aachen steht man dem 'Triarte-Projekt" entsprechend kritisch gegenüber, Aufatmen nun auf deutscher Seite. Die niederländische Regierung hat ihre Ablehnung zur 'Triarte" in Aussicht gestellt. Im Vaalser Rathaus geht man sogar davon aus, daß kaum noch eine Chance zur Realisierung besteht. Oberstadtdirektor Dr. Berger: 'Ich kann nicht sagen, daß ich über diese Entscheidung aus Den Haag unglücklich bin...'
 

Aachener Nachrichten vom 15. März 1990

Orsbacher Bürger fürchten um ihr Obst und Gemüse
Chemische Belastung - noch immer keine genauen Messwerte

 
-wer-
LAURENSBERG. - 'Chemischer Gestank' in Orsbach - dies war erneut Thema der Bezirksvertretung Laurensberg. Zahlreiche Bürger aus Orsbach waren erschienen, um gegen die gesundheitsgefährdenden Emissionen der niederländischen Schleifpapierfabrik Gelva zu protestieren.
      Die Bezirksvertretung unterstützt das Anliegen der Bürger, kann aber auch nicht viel weiterhelfen: auf niederländischem Hoheitsgebiet sind deutschen Behörden die Hände gebunden. Es bleibt nur der Weg der Verhandlung mit der Gemeinde Vaals. Genaue Werte, welche Menge an Formaldehyd, Phenol und Acrylsaure die Fabrik -ungefiltert - an die Umwelt abgibt, liegen nicht vor. Die kürzlich im WDR-Fernsehen genannten Werte beruhen wahrscheinlich auf Hochrechnungen, teilte ein Vertreter des chemischen Untersuchungsamtes mit. Geplante Emissionsmessungen auf niederländischer Seite sind kurzfristig abgesagt worden.
Neuer Termin wurde angesetzt
Für kommenden Montag ist jedoch bei der Fira Gelva ein erneuter Termin angesetzt, zu dem auch deutsche Vertreter geladen sind. Die Stadt Aachen hofft, daß dann auf niederländischer und deutscher Seite gleichzeitig gemessen werden kann, um endlich konkrete Werte zu erhalten.
      Beigeordnete Annette Hagemann war eigens zu diesem Thema in die Bezirksvertretung gekommen. Sie sagte, daß auf deutschem Gebiet eine solche Firma allein schon wegen der Geruchsbelastigng nicht zulassig wäre. Auch müßte sie in jedem Fall über eine Filteranlage verfügen. Ratsherr Vorbruggen erblickt in den jüngst bekannt gewordenen Erweiterungsabsichten Möglichkeiten zu einem Kopplungsgeschäft, mit dem man die Firma zwingen kann, Filter einzubauen: Erweiterung ja, aber nur wenn gleichzejug eine Filteranlage angeschafft wird.
Zahlreiche Fragen der Zuhörer
Die zur Sitzung erschienenen Orsbacher Bürger/innen richteten zahlreiche Fragen an die Bezirksvertretung und Verwaltung. Sie bezogen sich hauptsächlich auf die zulässigen Abgas-Grenzwerte und die Frage der Uberwachung. Seit fünf Jahren sei das Problem beannt, aber geschehen sei noch immer nichts. Eine Frau wollte wissen, ob die Orsbacher überhaupt noch das Obst und Gemüse essen können, das in ihren Gärten wächst.
...
 

Saubere Luft in Orsbach

Burgerinitiative
Luftverschmutzung durch die Gelva BV

 
Liebe Orsbacher Bürger,
 
am 3. Januar 1990 hat ein Treffen bei der Firma Gelva unter Beteiligung der Gemeinde Vaals, des Umweltarntes und des Chemischen Untersuchungsamtes Aachen stattgefunden.
      In der Sitzung der Bezirksvertretung Laurensberg am 13. März 1990 um 17.30 Uhr steht das Thema Luftverschmutzung in Orsbach wieder auf der Tagesordnung. Hier werden die Vertreter des Gesundheitsamtes und des Chemischen Untersuchungsamtes über die bisherigen Ergebnisse berichten.
Als Betroffene möchte ich Sie bitten, an dieser wichtigen Sitzung teilzunehmen.
 
Ps.: Am 6. März um 20.15 Uhr wird im 3. Programm (WDR 3) in der Sendung 'Weltweit' das Thema Luftverschmutzung in Orsbach behandelt.
 
Saubere Luft in Orsbach
c/o S. Windgasse-Fischer
Rotbusch 3
5100 Aachen-Orsbach
 

Aachener Nachrichten vom 26. Januar 1989

Orsbach - weitere Luftmessungen
Von niederländischer Fabrik über die Grenze - Kinder bekommen Astma

 
Von Willi Erdweg
Laurensberg/Orsbach - In Orsbach wird weiterhin die Luft untersucht, um Schadstoffen auf die Spur zu kommen, die von einer benachbarten niederländischen Fabrik ausgestoßen werden. Die Firma stellt Schleifpapier her. Dabei werden unter anderem Formaldehyd und Phenolharze frei.
      Bisher hat man noch keine gesundheitsschädlichen Werte festgestellt. Jüngst haben auf Veranlassung des Gesundheitsamtes bei neun Einwohnern sogar Urinuntersuchungen stattgefunden. Auch dabei wurden keine Schadstoffe gefunden. Grund zur Entwarnung besteht jedoch nicht. Das Problem tritt nämlich nur sporadisch - je nach Windstärke und -richtung - sowie nur in einem kleinen Sektor auf. Deshalb muß man über einen längeren Zeitraum messen.
      Die Betroffenen sind nicht zu beneiden. Nicht nur, daß sie unter einem starken Gestank leiden, sie klagen auch über Augenreizung und Brechgefühl.
 

Aachener Nachrichten vom 9?. November 1988

Stinkende Dämpfe in Orsbach
Von niederländischer Fabrik über die Grenze - Kinder bekommen Astma

 
Von Willi Erdweg
Aachen/Vaals. - In Orsbach stinkt's zum Himmel. Die Bewohner des deutschen Grenzortes leiden unter den Ausdünslungen einer benachbarten niederländischen Schleifpaierfabrik. Dies führt zu gesundheitlichen Beschwerden bei Kindern und Erwachsenen. Die betroffenen Bürger haben sich zusammengetan und alle Hebel in Bewegung gesetzt: bisher ohne Erfolg.
 
Phenolharze und Formaldehyd, die bei Westwind herübergeweht werden, zeitigen laut Henrik J. Bachen, dem Wortführer der Bürger, böse Folgen: Kinder bekommen Asthma und Hautausschläge, Erwachsene flüchten bei dem aufkommenden Gestank in die Häuser und müssen sich übergeben.
      'Bei mir selbst', so berichtet der Diplomingenieur, trocknen die Nasenschleimhäute aus und anschließend kriege ich Nasenbluten". Holländische Zeitungen haben bereits mehrfach über das Problem geschrieben. Aufgetreten ist es, seit der an der Straße von Vaals nach Maastricht gelegene Betrieb im Jahre 1984 erweitert wurde. Seitdem kämpft Henrik J. Bachen gegen die Umweltbelastung. Zwar hat der Umweltbeauftragte der Gemeinde Vaals zusammen mit dem Inspecteur für Mileuhygiene der Provinz Limburg die Firma besichtigt, doch fanden sie keinen Grund zur Beanstandung. Wie es heißt, haben Messungen der Geruchsemission durch ein niederländischen Ingenieurbüro erbracht, daß die Werte, bezogen auf Phenolhazze, Phenodur und Acrylsäureester, unterhalb der Grenznorm liegen.
      Dipl.-Ing. Bachen stellt jedoch fest, daß auf niederländischer Seite keine vollständigen und auf deutscher Seite überhaupt keine Messungen stattgefunden haben. Nachdem er alle möglichen amtlichen und politischen Stellen in beiden Ländern angsprochen hat, beklagt er sich bitter und enttäuschtüber die Untätigkeit der Behörden, für die Umweltschutz offenbar nur ein wohlfeiles Lippenbekenntnis sei.
      Die Wut der betroffenen Anwohner in Orsbach über die stinkenden, gesundheitsgefährdenden Dämpfe ist inzwischen so groß geworden, daß eine gewaltsame Explosion nicht mehr auszuschließen ist: 'Wenn sich nicht bald etwas tut, ziehen wir zur Fabrik und demolieren sie'. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Demnächst wird sich die Beschwerdestelle der Euregio Maas-Rhein in Maastricht mit dem Fall befassen. Außerdem liegt den Orsbachern eine Zusage der nordrhein-westfälischen Landesregierung vor. Danach sollen Experten aus Essen kommen und Meß stellen im Ort einrichten. Nur wenn man die Emissionen über einen längeren Zeitraum mißt, so die Chemiker, können korrekte Werte ermittelt werden.
 


 
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eMail © Dietrich Beitzke · Seite erstellt am 9.1.2004, letzte Änderung 118:08 14.12.2007, Freitag