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Die Burg
Straßenfront der "Burg" [Foto: db]
Karl Hucke hat das Haus vor dem Verfall gerettet.
Links neben der Kirche St. Peter befindet sich dieses fast quadratische Gebäude aus Bruchstein, auch die Orsbacher Burg genannt. Es ist gehört mit zu den ältesten Bauwerken im Stadtgebiet und stammt aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts. Leider gibt es keine Urkunden mehr darüber. Man kann aber rekonstruieren, dass das Gebäude eine Melde- und Überwachungsfunktion hatte, denn es liegt am westlichsten Endes des Aachener Reiches. Man kann von dort den Weg nach Westen einsehen, der an Maastrichts Maas-Hafen endet, woher die Konvois zu den Krönungen nach Aachen kamen, denn das waren seit 813 immerhin 50. Die Konvois zogen nach Aachen über den Königshügel durch die Königsstraße zum Dom.
"Die Orsbacher Burg war wohl einst Teil eines karolingischen Nebenhofes der Aachener Pfalz und und wurde dann zu einem Wachturm des Aachener Landgrabens ausgebaut, jener Grenzbefestigung des Aachener Reiches, die in den Jahren 1419 bis 1546 errichtet wurde und hier in Orsbach am weitesten nach Westen vorstieß.
Bereits im 13. Jahrhundert ist in Orsbach die Ministerialienfamilie van Orlosberg nachweisbar, die auf der Burg ihren Sitz hatte. Das Gebäude hat ein wechselhaftes Schicksal erfahren, ehe es 1968 von Karl Hucke gekauft und Zug um Zug restauriert wurde. Er hat sich bemüht, das denkmalgeschützte Haus wieder in einen möglichst ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Denn im 19 Jahrhundert war es umgebaut und stark verändert worden.
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Zuletzt diente es als Gaststätte, wobei ein Tanzsaal angebaut worden war (links). Nach Schließung der Gaststätte stand das Gebäude (im Besitz der Stadt Aachen) fünf Jahre leer und war hinterher nur noch eine Ruine. Die Gemeinde Laurensberg wollte sie schon abreissen lassen.
[Foto: R.M.Snethlage 'Orsbach']
Mehr Fotos auf der heutigen Website der Burg.
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Es war ein Glücksfall, dass Karl Hucke, der Architektur studiert hat und sich dem Restaurieren alter Gebäude widmet, die Burg kaufte. Denn er hat den Bau in den letzten 25 Jahren innen und außen vorbildlich instandgesetzt. Alles hat er alleine in Handarbeit erledigt, von der Sanierung des 1,20 Meter dicken Mauerwerks über den Einbau von Treppen, Türen und Fenstern bis zum Aufmauern eines weißgekälkten Backsteinofens im Erdgeschoss.
Die im 19. Jahrhundert aus der Wand gebrochenen großen Fensteröffnungen wurden wieder geschlossen zugunsten kleiner "mittelalterlicher" Fenster. Auch Schießscharten wurden wieder eingebaut, wobei ein erhalten gebliebenes Exemplar als Modell diente.
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Hinter dicken Mauern verbirgt sich ein kleiner Garten. Im Innenhof rankt Spalierobst. Immer wieder überraschen die vielen handwerklichen Details, die wie Auszüge aus einem Lehrbuch der Kunstgeschichte wirken. So betritt man einen Schuppen und staunt über die Decke: ein Kreuzgratgewölbe wie in einer gotischen Krypta.
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Die optische Funktion der Mauer wird erst recht klar, wenn man sie zusammen mit der Friedhofseinfassung, dem Wohnhaus und der Pfarrkirche vom benachbarten Platz aus betrachtet."
Die Aachener Nachrichten haben freundlicherweise die Webveröffentlichung des Artikels von 1993 "Orsbach - Ein Baudenkmal vor dem Verfall gerettet" am 29.11.2000 telefonisch erlaubt - Dank an den Autor: Willi Erdweg!
Im WDR ist zu diesem Haus unter dem Thema "Bauen und Wohnen" ein Video-Bericht zum Umbau in ein Wohnhaus mit Rücksicht auf die Denkmalpflege erschienen.
Heute kann die Burg für Veranstaltungen privat gemietet werden.
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