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Das Jahr Null


 

Inhalt

  1. Hat es das Jahr "Null" eigentlich gegeben?
  2. Wir leben längst im 3. Jahrtausend
  3. Tageszeit und Datum
  4. pfiffige Datumsprogramme
  5. Zeitreise

Infos zu: Datumsprogramme
 
kleine Zeitreise gefällig? Zeitreise


 

Hat es das Jahr "Null" eigentlich gegeben?

Geschichtliches zum Gregorianischen Kalender

Die Geschichte des Gregorianischen Kalenders ist auch eine Geschichte von Politik und Religion, zuweilen auch von Wissenschaft und Glauben. So nimmt es kaum wunder, daß bereits die Maya-Kulturen einen genaueren Kalender benutzen als wir heutzutage.
      Der heute in unserem Kulturkreis eingesetzte Kalender geht zurück auf die Erkenntnisse der Römer, daß die Erde für Ihre Reise um die Sonne rund 365 Tage braucht. Schon damals war bekannt, daß es nicht exakt 365 Tage sind. Jedoch war man von der genauen Reise um die Sonne von genau 365 Tagen, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden mit dem Julianischen Kalender noch weit entfernt.
      Im Jahr 45 v.Chr. wollte Julius Cäsar die Monate wieder in Einklang mit den Jahreszeiten bringen: der Januar fiel nämlich mittlerweile auf den Herbst. Laut Cäsar sollte alle 4 Jahre ein Schalttag eingefügt werden. Solche einschneidenden Änderungen wollten natürlich dauerhaft gewürdigt werden, worauf man den Monat Quintlius in Julius (Juli) umbenannte. Dummerweise verzählte man sich aber bei den Schaltjahren {..kein Wunder bei den römischen Zahlen! db} und fügte alle drei Jahre einen Schalttag ein.
      Kaiser Augustus erkannte 8 n.Chr. diesen Fehler und korrigierte ihn. Da noch genügend Monate zum Umbennen vorhanden waren, wurde auch zu Augustus' Ehren ein Monat (Sextilius) in Augustus umgetauft. Das der neue Monat August zum damaligen Zeitpunkt aber nur 30 Tage hatte, der Juli aber 31, soll der eifersüchtige Augustus entschieden haben, dem Februar einen weiteren Tag abzuziehen und dem August hinzuzufügen. Woraus sich eine plausible Erklärung für die 31 Tage des heutigen Augusts gibt.
 
Nummerierungen
Die Römer haben Ihren ersten vier Söhnen gewöhnliche Namen gegeben. Ab dem fünften wurde nur noch gezählt: Quitus, Sextus, Septimus... In Bali ist heute noch die 4er-Teilung Praxis: Das erste Kind heißt immer Wayan (oder Gerde oder Putu), das zweite Madé (oder Kadek oder Nenga), das dritte Nayoman (oder Komang) das vierte Ketut (oder Ktut). Bei noch mehr Kindern beginnt man unter Auslassung Wayans wieder von vorn, weil der Name für das Erstgeborene reserviert ist. (Mehr in Reiseführern :-)
      Ursprünglich hatte der römische Kalender 10 Monate und das Jahr begann mit Martius. Januarius und Ferbruarius kamen später dazu. Cäsar verlegte den Jahresbeginn auf den 1. Januar, Quitilius wurde ihm zu Ehren in Julius umgetauft, aus Sextilius wurde später Augustus (s.o.).
(aus: Georges Ifrah 'Universalgeschichte der Zahlen')

Ein paar Jahrhunderte später, 325 n.Chr. wurde auf dem Konzil von Nicea entschieden, daß alle Christen Ostern am gleichen Tag feiern sollten. Und damit sich diese Datum jeder merken kann, wurde festgelegt, daß dies der dem ersten Vollmond im Frühling folgende Sonntag sein sollte. Der Frühling beginnt mit der Überquerung der von Süden kommenden Sonne des Äquators (Tag- und Nachtgleiche). Da zu dieser Zeit der Frühligsanfang immer auf den 21. März fiel, nahm man an, daß Ostern immer auf ein bestimmten Sonntag zwischen dem 22. März und dem 25. April fällt.
      Ein bedauerlicher Irrtum, wie sich im Laufe der Jahrhunderte herausstellte, denn durch die Ungenauigkeit des Julilanischen Kalenders beginnt der Frühling jedes Jahr etwas früher, anstatt konstant auf den 21. März zu fallen. Obwohl dieses Phänomen durchaus schon bekannt war, begann erst Papst Gregor XIII um 1582 dem Problem auf den Grund zu gehen, denn schließlich wollte man Ostern nicht irgendwann im Sommer feiern. Zu diesem Zeitpunkt war der Fehler durch den Julianischen Kalender bereits auf 10 Tage angewachsen. Deshalb berief Papst Gregor eine Kommision aus Astronomen und Mathematikern zusammen und legte darauf hin in einer päpstlichen Bulle am 24.2.1582 zweierlei fest:

  1. Zum einen sollten einige Schaltjahre doch nicht stattfinden, um damit das Erdenjahr besser annähern zu können.
  2. Zum anderen mußten die überschüssigen zehn Tage aus dem laufenden Jahr entfernt werden.
Man entschied sich, dem 4.10.1582 direkt den 15.10.1582 folgen zu lassen. Dies sollte den gläubigen Christen am wenigsten Umstände machen, denn der verloren gegangene Zeitraum Oktober enthält so gut wie keine wichtigen religiösen Feste.
      Leider folgten viele Länder damals nicht dem Aufruf des Papstes zur Kalenderumstellung. (Die Türkei zog 1917 nach, Rußland 1918, Jugoslawien erst 1924.) Das bedeutet jedoch, dass Datumsberechnungen vor ca. 1924 vom jeweiligen Land abhängen.
(Danke für die Ergänzungen von Claus Seyfried )

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Neueren Erkenntnissen nach leben wir längst im dritten Jahrtausend:

Wurde Christus zu Lebzeiten des König Herodot geboren (im Neuen Testament nachzulesen), ist jetzt 2006 oder 2007, denn der König starb einige Jahre vor dem Jahr eins und Jesus von Nazareth war im Jahre 1 schon 7 Jahre alt..

Und wer zum Jahreswechsel 2000 auf das neue Jahrtausend anstößt, ist um ein Jahr zu früh dran. Da unsere Zeitzählung erst im Jahr eins nach Christus beginnt, starten Jahrzehnte, -hunderte, -tausende, immer erst im Jahre eins. Man muß also noch ein Jahr warten, um dann in der Sylvesternacht 2001 auf das neue Jahrtausend anstoßen zu können.

zur Website der c't Die obige Geschichte wurde aus den c't 14/97 und c't 15/97 mit Genehmigung von cp@ct.heise.de entnommen. Danke!

Einen weiteren Beweis gibt uns die Astronomie:

Stern von Bethlehem - Neue Theorie sieht Planeten in Reihe
Von Heike Sander (dpa)
Astronomen erstellen seit Jahrhunderten immer neue Hypothesen um den Weihnachtstern, der die Drei Könige nach Behtlehem geführt haben soll. Die jüngste Theorie stammt von Michael Molnar, Physiker und Computerexperte an der Rütgers Universität im US-Bundesstaat New Jersey, wie das Magazin Bild der Wissen schaft in seiner Dezemberausgabe 2000 berichtet[te]. Nach Molnar wurden die Weisen aus dem Morgenland nicht von einem Stern nach Bethlehem geführt, sondern von einer bestimmten Planeten-Konstellation.
      Nach Ansicht von Molnar standen am 17. April 6 v Chr. um 8.26 Uhr die Planeten Jupiter, Saturn, Mars, Merkur und Venus in einer Reihe im Zeichen des Widders, dem Sternbild Judäas. Zudem zog die Sichel des zunehmenden Mondes vor dem Jupiter vorbei. Das sei ein deutlicher Hinweis auf den Messias.
....
      Für die Sterndeuter der damaligen Zeit soll diese Himmelskonstellation ein untrügliches Zeichen für die Geburt des prophezeiten Messias gewesen sein, berichtet Molnar. Dabei sei das Schauspiel zwar nicht am Tageshimmel zu beobachten, den Himmelskundigen dennoch bekannt gewesen. Bereits vor 1911 vertrat der Haller Theologe Heinrich Voigt die gleiche These.
      Er wusste jedoch nichts von der Mondbedeckung des Jupiters und ermittelte daher die Empfängnis von Jesus für den 14. April 6 v Chr., seinen Geburtstag daher auf Anfang Januar des Jahres 5 v Chr. Nach den Hypothesen von Molnar und Voigt folgten die drei Weisen im Matthäus-Evangelium keinem Stern, sondern einer Planetenkonstellation und seiner Symbolik. Nach dieser Hypothese haben wir das Jahr 2000 rund sechs Jahre zu spät gefeiert.
...hm - wurde das Jahr Null denn nun gezählt?   Zur Zeitreise...
 
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Tageszeit und Datum

..oder das Gefühl für das Datum

Aus dem oben Geschriebenen geht eindeutig hervor, daß das Datum eine Größe ist, der man eigentlich nicht trauen kann, weil sie zu vielen politischen Einflüssen unterliegt. Selbst wenn wir heute nach Nanosekunden die Zeit zählen können.
      Auch heute gibt es viele Bestrebungen, den Kalender zu verändern, um die oben beschriebenen Probleme auszuschließen; z.B. die Länge der Monate zu normieren (auf ~30 Tage), um sie besser datenverarbeit-bar zu machen..

Dann existiert bei jedem Menschen das persönliche Empfinden vom Fluß der Zeit. Der Rhytmus der Jahrezeiten bestimmt uns langfristig und wir wissen alle, dass die Zeit "mal langsam und mal schnell vergeht":

  • wenn Sie auf etwas warten, schleicht die Zeit
  • wenn Sie etwas genießen oder sich auf eine Sache konzentrieren - läuft sie schnell
  • wenn Sie einen Termin haben und zu spät dran sind, rast die Zeit (und Sie auch)...
...immer verglichen mit der 'mechanischen', unbestechlichen, gleichmäßigen Zeitmessung.
Und diese ganze persönliche Zeiterfassung soll nicht stimmen?

Und dann soll man noch ein Gefühl für das das Datum haben?
Gibt es das überhaupt, daß man von alleine weiß, welches Datum heute ist?
      Eigentlich können das nur völlig terminbestimmte Manschen sofort sagen. Alle andern müssen nachdenken. - Aber welche Uhrzeit sein könnte, das haben Sie im Gefühl, an Hand des Sonnenstandes, der Helligkeit, der Jahreszeit..
      Die Sozialisation, eigene Tätigkeiten, die Umgebung verändern die Empfindung für die Schnelligkeit des Laufs der Zeit, aber der nächste Tag synchonisiert das eigene Zeitgefühl wieder, etwas, was es beim Datum nicht gibt. Selbst das jährliche Auf und Ab wird durch die Jahreszeiten in den nördlichen und südlichen Breitengraden wieder synchronisiert. Es gibt viele Menschen auf der Erde, die im Laufe der Jahre ein recht genaues Gefühl für die Jahreszeiten entwickeln, aber ein Gefühl für das Datum?
      Ich jedenfalls finde, daß das Datum etwas Künstliches ist, weil es sich nicht (er-)lebensmäßig aus der Folge der Tage ergibt: Zu Zeiten der Maya war der Kalender und damit das Datum "Herrschaftswissen", denn er lag in den Händen der Priester. Die Inder und Araber haben aus der Beobachtung der Sterne für die Navigation auf See die Regelmäßigkeiten zu einem Kalender geformt..
      Man braucht also dazu eine Buchhaltung, die die Daten der Beobachtung zusammenfaßt und zugänglich macht. Der Kalender ist ja nicht anders als eine Art Datenbank. Das ist nicht unbedingt etwas Naürliches, daß wir zum Überleben auf der Erde benötigten, so daß wir dafür sowenig ein Gefühl entwickelt haben wie für die Radioaktivität. Tageszeit und Jahreszeit waren wichtiger zum Überleben.

Mit einem PC ist das heute anders, denn ohne Datum kann keiner mehr überleben.
Alle files auf dem Computer werden nach Datum und Zeit abgelegt und sind auch nur so am schnellsten wieder auffindbar, weil wir uns eben mehr daran erinnern, was wir gestern gemacht haben, als welche Namen wir den vielen Daten gegeben haben. Kurz, fast alle Daten heute werden nach Datum abgelegt, um sie wiederzufinden.
      Leider weiß aber der Computer heute immer noch nicht, was wir zum Überleben brauchen: Es gibt viele tausend Bildschirmschoner, aber bei keinem mir bekannten kann man das Datum darstellen.... immer nur die Zeit. So ist es auch nicht verwunderlich, daß im Systray von Windows nur die Zeit angezeigt wird, das Datum nur, wenn man extra mit der Maus drauf zeigt...

...das hatte ich gedacht, bis ich

  1. Ulrich Krebs' Freeware-Kalender kannte, der Wochenansicht, 2-Wochenansichten, Monatsansicht, eine ausgefeilte Wiederholungsfunktion und eine Erinnerungswiederholung hat. Unverzichtbar: Ein Programm, das man gern (und freiweillig) nutzt.
  2. Siegfried Weckmanns Software kennelernte. Der hat nämlich genau dieses Problem gelöst und stellt mit SWTDM [ZIP-Download Download, 22kB] ein Freeware-Programm zur Verfügung, das den aktuellen Tag im System-Tray vom Windows-Desktop anzeigt. Seine Website.

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eMail © Dietrich Beitzke · Seite erstellt am 26.08.1998, letzte Änderung 14:33 13.9.2009, Sonntag