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65 Millionen Jahre Geschichte


 

Inhalt

  1. Karte des Maya-Gebietes
  2. Im Krater des Todes


 
Maya Gebiet
 

Im Krater des Todes

Vor 65 Millionen Jahren wurde die Welt von einer kosmischen Katastrophe heimgesucht. Dort, wo heute die Nordküste der mexikanischen Halbinsel Yucatán verläuft, schlug ein Asteroid von zehn Kilometern Durchmesser mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Sekunde in ein flaches Meer ein. Er jagte eine Flutwelle um die Erde und schleuderte so gewaltige Mengen Staub in die Atmosphäre, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr hindurch kamen und es eisig wurde auf dem Planeten.
      Die meisten Wissenschaftler glauben heute, dass der Klimaschock, den der Asteroideneinschlag auslöste, für das Artensterben zum Übergang der Kreidezeit in das Tertiär verantwortlich war. Nicht nur die Dinosaurier, sondern mehr als 50 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten verschwanden damals. Der heute nicht mehr sichtbare Krater, den der Einschlag hinterließ, hat einen Durchmesser von knapp 200 Kilometern und liegt je zur Hälfte tief unter dem Festland und unter dem Golf von Mexiko. Er wurde erst 1991 nachgewiesen und nach dem Fischerdorf Chicxulub benannt. Wissenschaftler versuchen jetzt, dem Krater mit Tiefenbohrungen seine Geheimnisse zu entlocken. An den Untersuchungen ist auch das Geoforschungszentrum Potsdam beteiligt.
      "Der Chicxulub-Krater ist ein einzigartiges geologisches Laboratorium", sagt Jaime Urrutia, der Direktor des Instituts für Geophysik an der mexikanischen Nationaluniversität Unam. Bei den jüngsten Bohrungen in bis zu 1500 Metern Tiefe südlich der Stadt Mérida habe man Partikel des Asteroiden entdeckt und nachgewiesen, dass es sich um einen sehr alten Himmelskörper aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems vor mehr als vier Milliarden Jahren handelte. Eine zweite Bohrung, dieses Mal im Meer, solle Klarheit darüber erbringen, ob der Asteroid senkrecht oder schräg einschlug, und aus welcher Richtung er angerast kam.
 
Chicxulub-Krater in einer Erdmagnetfeld-Aufnahme. Die These, dass ein gewaltiger Meteoriteneinschlag einst den Dinosauriern den Garaus machte, wurde zuerst 1980 von dem Physik-Nobelpreisträger Luis Alvarez und seinem Sohn, dem Geologen Walter Alvarez, präsentiert. Letzterem war bei der Untersuchung einer Tonschicht aus der Übergangsepoche von der Kreidezeit zum Tertiär deren hoher Gehalt an Iridium aufgefallen. Dieses Element kommt auf der Erde kaum, im Universum dagegen häufig vor. Mit Hilfe von Bohrungen der mexikanischen Erdölgesellschaft Pémex und Satellitenbildern wurde später der Chicxulub-Krater entdeckt.
 
Von Klaus Blume (dpa)
Frankfurter Rundschau 10.09.2003
 

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eMail © Dietrich Beitzke · Seite erstellt am 10.9.2003, letzte Änderung 21:27 10.9.2003, Mittwoch